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Kamele mit Herz

  Miriam Herz

        Dipl. - Ing. Agrarwirtschaft (FH)

 

Speziell für Insider, Kamelhalter oder solche,
die es werden wollen

Wir bieten kompetente Hilfe und Beratungen beim Umgang mit Kamelen,
individuelle Kurse mit Abschlussbescheinigung und wissenschaftliche Ausarbeitungen über Kamelfütterung, Kamelhaltung und Kamelzucht!

Miriam Herz hat ihre Technikerarbeit über die Kamelfütterung, die Semesterarbeit über Kamelhaltung, sowie ihre Diplomarbeit über die Kamelzucht geschrieben.
Bei der Technikerarbeit geht es im ersten Teil um Allgemeines rund um das Kamel.
Im Speziellen geht es in dieser Arbeit um die Fütterung der Großkamele,
insbesondere der Dromedare in unseren Breitengraden.

In der Semesterarbeit geht es um rechtliche Grundlagen der Kamelhaltung und um eigene praktische Erfahrungen/Ergänzungen dazu. Diese Arbeit ist sehr praxisorientiert und besonders für jemanden geeignet, der mit der Kamelhaltung noch wenig Erfahrung hat und sich einarbeiten möchte.

Die Diplomarbeit ist eher etwas für Spezialisten, die sich richtig in die Kamelzucht einarbeiten wollen.

Sollten Sie Interesse haben, sich eingehender mit dieser Thematik zu befassen,
klicken sie auf den Link "Wissenschaftliche Arbeiten" !

Sie können uns natürlich auch mal besuchen und persönlich auf die Finger schauen !
 

Einblicke in das Kameltraining und ...
                    Lehrgänge rund um das Tier Kamel:

Die Ausbildung dieser sehr intelligenten Tiere ist nicht einfach! Die Kombination von Intelligenz, Sturheit und Eigensinnigkeit stellt einen oft vor unüberwindbare Hürden. Der Umgang mit Kameliden sollte erlernt werden. Möchte man sich ein eigenes Tier anschaffen, sollte man einen oder mehrere Lehrgänge besuchen.  

Wenn Sie Interesse haben, die Besonderheiten der Tiere näher kennen zu lernen, dürfen Sie gerne vorbeischauen.

Sie können z.B.  auch einen 3 - tägigen Intensivlehrgang absolvieren, in dem es um den Umgang mit den Tieren, deren Dressur und Haltung geht.
Wenn es die Entfernung zulässt, schaue ich auch bei Ihnen persönlich vorbei und berate Sie vor Ort!

Rufen Sie uns an und fragen Sie einfach nach !

 

Doch nun ein paar Einblicke in die Ausbildung unserer Tiere:

Die damals 8 Monate alten Dromedarstuten waren sehr scheu, als sie im Sommer 2003 kamen. Sie ließen sich nicht streicheln, geschweige denn halftern. Wer weiß, was diese kleinen Babys schon mitgemacht haben auf ihrem langen Weg von Gran Canaria zu uns? An dieser Stelle muss gesagt werden, dass man Kameliden, egal welche, mindestens ein Jahr lang bei der Mama saugen lassen sollte, damit sie den richtigen Sozialkontakt erlernen.

Zu frühes Absetzen schadet den Jungtieren aber auch den Muttertieren !

Nun hatten wir solch junge Tiere bekommen. Eigentlich haben wir 1 1/2 jährige Dromedarstuten bei einem Tierhändler bestellt. Als unsere Stuten kamen, haben sie zunächst auch älter gewirkt, aber irgendwann merkte man, dass das Alter nicht stimmen konnte. Sie mussten jünger sein. Zu diesem Zeitpunkt war es klar, dass wir diese zwei Stuten trotzdem behalten würden. Jetzt mussten wir das Beste aus dieser Situation machen. 4 1/2 Jahre später kann man feststellen, dass alles erfolgreich verlaufen ist. Die Stuten sind superlieb und haben ein ganz normales Verhalten.

Das erste, was die Stuten lernen mussten, war, dass wir Menschen eigentlich gar nicht so schlimm sind. Das erste Zauberwort nennt sich "Vertrauen" ! Das A und O, wenn man mit Kameliden etwas erreichen will.

Hier haben wir schon Vieles gelernt !
Wir haben etwas Vertrauen zu den Menschen gefasst, wir haben schon das Halfter drauf und gerade üben wir das Anbinden. Das ist auch gar nicht so leicht, denn wenn wir Kamele merken, dass wir nicht mehr wegkommen, können wir in Panik geraten!
Gerade in solchen Situationen hilft das Vertrauen ungemein !!!

 

Nach dem Halfter- und Anbindetraining folgt das Führtraining. Hier müssen die Tiere lernen, anständig am Halfter mit Strick zu laufen. Das klingt vielleicht banal, aber der eine oder andere Kamelhalter weiß, wovon ich rede:
Das Kamel führt den Menschen oder
der Mensch wird umgerannt, und das Kamel springt alleine davon!

Das kann schnell sehr gefährlich enden!

Das ist die erste Ausbildungsstufe der Großkameliden.

Wenn das Führen einigermaßen funktioniert (gefestigt ist), kann mit Decken- und Bauchgurttraining begonnen werden. Das dient als Vorbereitung für das spätere Satteltraining.

Irgendwann kommt dann noch das Abliegen auf Kommando, das die Großkamele lernen müssen, hinzu. Das wird benötigt, damit z.B. der Reiter aufsitzen kann, während das Tier liegt.

Das ist die zweite Ausbildungsstufe der Großkameliden.

Wenn das Einreitalter erreicht ist, und das Tier die nötige Körperkondition besitzt, kann mit dem Zureiten begonnen werden.
Je mehr Zeit man sich in der Vorbereitung nimmt, desto geringer ist das Risiko beim ersten Mal unfreiwillig abzusteigen!

Ashanti´s Zureiten ging recht einfach.
Durch die gute Vorbereitung habe ich
mich draufgesetzt und bin mit Führhilfe los geritten!
Am Anfang nur zwei Runden in der Koppel,
dann ausgebaut auf 15 Minuten.
Eine langsame Steigerung ist sehr wichtig!

 

Somit endet die Grundausbildung des Großkamels!

Weitere Ausbildungsstufen können sein:
    das freie Reiten mit dem Kamel
    weitere Dressuraufgaben
    die Ausbildung zum Fahrkamel
    u.s.w.

 

Blick zurück auf hartes Kutschentraining

Insgesamt betrug der Zeitaufwand bis zum Sommer 2005 ca. 2 Jahre. Ashanti musste alles in winzig kleinen Schritten neu erlernen, mangelte es doch an einem älteren erfahrenen Tier, bei dem er abgucken konnte.

Selbstverständlich gibt es für Dromedare keine käuflichen Geschirre wie für Pferde! So waren Ideenreichtum und Erfindungsgeist gefragt, denn alles musste entwickelt, ausprobiert und immer wieder in Handarbeit verändert werden, bis das heute verwendete Geschirr entstanden ist.
 
Unvorstellbar die Hürden, die mit viel Geduld und Zuspruch überwunden werden mussten:
Die links und rechts am Bauch vorbeiführenden, kitzelnden Zugstränge waren zunächst so ungewohnt, dass Ashanti unkontrolliert herumgehüpft ist. Besonders an den Hinterschenkeln hat er übertrieben reagiert.

Das Anlegen des Geschirrs musste auch systematisch trainiert werden, bis man es komplett verschnallen konnte.

Ganz "gefährlich" erschienen unserem "Sensibelchen" Ashanti auch alle Geräusche, die sich  hinter ihm abgespielt haben... und Kutschen rollen nun mal nicht lautlos.

Am schwierigsten war, auf sprachliche Kommandos, die von hinten kommen, zu reagieren. Hier musste sich Ashanti mehrere Wörter, die unterschiedliche Bedeutung gehabt haben, regelrecht merken. Dieses Lernen spricht sehr für die Intelligenz der Tiere.

Sicher verrät Miriam den einen oder anderen Tipp aus ihrer "Trickkiste", wenn Sie das  interessiert!

So hat Miriam mit dem eigentlichen Kutschtraining begonnen:
            Ein Tier wird geführt und sie läuft mit der Kutsche hinterher...
            die Landen in der Höhe!

Zu unserem großen Erstaunen ging das Ganze bei unseren beiden jungen Stuten völlig anders vonstatten.
Vorbild Ashanti zeigte ihnen ja mittlerweile ziemlich "cool", dass gar nichts passiert, wenn man angespannt wird und so konnten die beiden das ziemlich rasch und ohne größere Probleme  "nachmachen". Es ist wirklich verblüffend, was die Tiere voneinander abschauen und wie schnell sich dann der Lernprozess vollzieht. So hat Calypso völlig unbeabsichtigt gelernt, sich abzulegen, als das den beiden Stuten beigebracht wurde und er gesehen hat, dass es Leckerli dafür gibt. Nun macht er das auf Kommando!

Marisha zieht Sulky mit Oma und Enkelin

 

Noch eines zum Schluss :
Wir Menschen leben mit Gesetzen, wir müssen uns an Spielregeln halten, sonst muss mit Konsequenzen gerechnet werden! Die Gesetze und Regeln dienen auch dazu, dass ein vernünftiges Miteinander gelebt werden kann.

Genau so ist es auch bei den Kamelen!
Das zweite Zauberwort nennt sich "Rangordnung"! Egal ob bei einem Hund, einem Pferd oder auch beim Kamel, wenn die Rangordnung nicht klar ist, kann man mit den Tieren nicht auf einer guten Basis arbeiten.
"Die Rangordnung schafft Frieden" sagte mal ein Professor!  Die Rangordnung gehört zum Leben dazu, sie ist sogar lebensnotwendig!

Wenn wir jetzt mit dem ersten und dem zweiten Zauberwort arbeiten, dann sind wir auf dem richtigen Weg !

 

   Hier weiter zu: Preisliste

 

Copyright © 2005 Miriam Herz         Kamele mit Herz