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Miriam Herz Dipl. - Ing. Agrarwirtschaft (FH)
Speziell für Insider, Kamelhalter oder solche, Wir bieten kompetente Hilfe und
Beratungen beim Umgang mit Kamelen, Miriam Herz hat ihre Technikerarbeit über
die Kamelfütterung, die Semesterarbeit über Kamelhaltung, sowie ihre Diplomarbeit
über die Kamelzucht geschrieben. In der Semesterarbeit geht es um rechtliche Grundlagen der Kamelhaltung und um eigene praktische Erfahrungen/Ergänzungen dazu. Diese Arbeit ist sehr praxisorientiert und besonders für jemanden geeignet, der mit der Kamelhaltung noch wenig Erfahrung hat und sich einarbeiten möchte. Die Diplomarbeit ist eher etwas für Spezialisten, die sich richtig in die Kamelzucht einarbeiten wollen. Sollten Sie Interesse haben, sich
eingehender mit dieser Thematik zu befassen, Sie können uns natürlich auch mal besuchen
und persönlich auf die Finger schauen ! Einblicke in das
Kameltraining und ... Die Ausbildung dieser sehr intelligenten Tiere ist nicht einfach! Die Kombination von Intelligenz, Sturheit und Eigensinnigkeit stellt einen oft vor unüberwindbare Hürden. Der Umgang mit Kameliden sollte erlernt werden. Möchte man sich ein eigenes Tier anschaffen, sollte man einen oder mehrere Lehrgänge besuchen. Wenn Sie Interesse haben, die Besonderheiten der Tiere näher kennen zu lernen, dürfen Sie gerne vorbeischauen. Sie können z.B. auch einen 3
- tägigen Intensivlehrgang absolvieren, in dem es um den Umgang mit den
Tieren, deren Dressur und Haltung geht. Rufen Sie uns an und fragen Sie einfach nach !
Doch nun ein paar Einblicke in die Ausbildung unserer Tiere: Die damals 8 Monate alten Dromedarstuten waren sehr scheu, als sie im Sommer 2003 kamen. Sie ließen sich nicht streicheln, geschweige denn halftern. Wer weiß, was diese kleinen Babys schon mitgemacht haben auf ihrem langen Weg von Gran Canaria zu uns? An dieser Stelle muss gesagt werden, dass man Kameliden, egal welche, mindestens ein Jahr lang bei der Mama saugen lassen sollte, damit sie den richtigen Sozialkontakt erlernen. Zu frühes Absetzen schadet den Jungtieren aber auch den Muttertieren ! Nun hatten wir solch junge Tiere bekommen. Eigentlich haben wir 1 1/2 jährige Dromedarstuten bei einem Tierhändler bestellt. Als unsere Stuten kamen, haben sie zunächst auch älter gewirkt, aber irgendwann merkte man, dass das Alter nicht stimmen konnte. Sie mussten jünger sein. Zu diesem Zeitpunkt war es klar, dass wir diese zwei Stuten trotzdem behalten würden. Jetzt mussten wir das Beste aus dieser Situation machen. 4 1/2 Jahre später kann man feststellen, dass alles erfolgreich verlaufen ist. Die Stuten sind superlieb und haben ein ganz normales Verhalten. Das erste, was die Stuten lernen mussten, war, dass wir Menschen eigentlich gar nicht so schlimm sind. Das erste Zauberwort nennt sich "Vertrauen" ! Das A und O, wenn man mit Kameliden etwas erreichen will.
Hier haben wir schon Vieles
gelernt !
Nach dem Halfter- und Anbindetraining folgt
das Führtraining. Hier müssen die Tiere lernen, anständig am Halfter mit Strick
zu laufen. Das klingt vielleicht banal, aber der eine oder andere Kamelhalter
weiß, wovon ich rede: Das kann schnell sehr gefährlich enden! Das ist die erste Ausbildungsstufe der Großkameliden. Wenn das Führen einigermaßen funktioniert (gefestigt ist), kann mit Decken- und Bauchgurttraining begonnen werden. Das dient als Vorbereitung für das spätere Satteltraining. Irgendwann kommt dann noch das Abliegen auf Kommando, das die Großkamele lernen müssen, hinzu. Das wird benötigt, damit z.B. der Reiter aufsitzen kann, während das Tier liegt. Das ist die zweite Ausbildungsstufe der Großkameliden. Wenn das Einreitalter erreicht ist, und
das Tier die nötige Körperkondition besitzt, kann mit dem Zureiten begonnen
werden.
Ashanti´s Zureiten ging
recht einfach.
Somit endet die Grundausbildung des Großkamels! Weitere Ausbildungsstufen können sein:
Blick zurück auf hartes Kutschentraining Insgesamt betrug der Zeitaufwand bis zum Sommer 2005 ca. 2 Jahre. Ashanti musste alles in winzig kleinen Schritten neu erlernen, mangelte es doch an einem älteren erfahrenen Tier, bei dem er abgucken konnte. Selbstverständlich gibt es für
Dromedare keine käuflichen Geschirre wie für Pferde! So waren Ideenreichtum und Erfindungsgeist gefragt, denn alles musste
entwickelt, ausprobiert und immer wieder in Handarbeit verändert werden, bis das heute verwendete
Geschirr entstanden ist. Das Anlegen des Geschirrs musste auch systematisch trainiert werden, bis man es komplett verschnallen konnte. Ganz "gefährlich" erschienen unserem "Sensibelchen" Ashanti auch alle Geräusche, die sich hinter ihm abgespielt haben... und Kutschen rollen nun mal nicht lautlos. Am schwierigsten war, auf sprachliche Kommandos, die von hinten kommen, zu reagieren. Hier musste sich Ashanti mehrere Wörter, die unterschiedliche Bedeutung gehabt haben, regelrecht merken. Dieses Lernen spricht sehr für die Intelligenz der Tiere. Sicher verrät Miriam den einen oder anderen Tipp aus ihrer "Trickkiste", wenn Sie das interessiert!
So hat Miriam mit dem eigentlichen
Kutschtraining begonnen: Zu unserem großen Erstaunen ging das Ganze
bei unseren beiden jungen Stuten völlig anders vonstatten.
Marisha zieht Sulky mit Oma und Enkelin
Noch eines zum Schluss : Genau so ist es auch bei den Kamelen! Wenn wir jetzt mit dem ersten und dem zweiten Zauberwort arbeiten, dann sind wir auf dem richtigen Weg !
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